BERND BLEFFERT
 
OPENING 12
internationales festival für aktuelle klangkunst



Freitag, 3. – Sonntag, 5. Februar 2012 TUFA Trier , Wechselstr.4 - 6

Künstlerische Leitung: Bernd Bleffert / Thomas Rath

Eine Veranstaltung der TUFA und der Stadt Trier mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland Pfalz sowie der Kulturstiftung Sparkasse Trier; in Kooperation mit der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst Trier e.V.

Weil die Musik des 20.Jht., wie jede Musik, sich immer auch auf ihre Wurzeln beruft und ihre Berechtigung daher ableitet, vertieft Opening 12 in diesem Jahr noch einmal den Brückenschlag zwischen Alter und Neuer Musik, westlicher und östlicher Ansätze, streng komponierter und frei improvisierter Musik. So wirft eine Position jeweils ein Licht auf andere und sie erhellen sich dadurch gegenseitig.

Nicht weniger als 21 Interpreten gestalten ein umfangreiches und vielseitiges Programm. Im Rahmen von 10 Konzerten werden Werke von 17 Komponisten aufgeführt, darunter 2 Uraufführungen und eine konzertante Erstaufführung. Neben Musik von Erik Satie, Luciano Berio, Georges Aperghis oder Niccolo Paganini, um nur einige zu nennen, werden aus Anlass des 100. Geburtstages und gleichzeitg 20. Todestages von John Cage, mehrere Stücke dieses zentralen Impulsgebers der Neuen Musik zu hören sein.

Erstmalig gibt es als Vor- und Nachläufer des Festivals Schülerkonzerte: für die Kleinen ein Pipakonzert (chinesische Laute) und für Oberstufenschüler ein Klassiker: die Ursonate von Kurt Schwitters. In dem Workshop „Cage for Kids“ können Kindern ab 6 Jahren aktiv experimentelle Musik erfahren.

Wieder umrahmt die Ausstellung OPEN-EXPO das Festival mit sehr unterschiedlichen Arbeiten aktueller Klangkunst im 2. OG der TUFA.



Freitag | 3. Februar 2012 | 17:30 Uhr

URSONATE VON KURT SCHWITTERS
Sprecher und Spieler: Alexander Voigt Inszenierung Hans-Eckardt Wenzel


Kurt Schwitters, einer der bekanntesten und zugleich umstrittensten Vertreter des Dadaismus, hinterließ ein umfangreiches Werk als Lyriker und Bildender Künstler. Eines seiner bekanntesten Werke, die Sonate in Urlauten, wurde von Schwitters zwischen 1923 und 1932 erfolgreich aufgeführt und ständig bearbeitet.
Seit 2000 widmet sich Alexander Voigt, Solofagottist des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, diesem Standardwerk des Dadaismus. Schon seine umjubelte Premiere der Ursonate im Konzerthaus Berlin bewies, dass das in die Jahre gekommene avantgardistische Material nicht an gebräuchliche altbackene Mittel gebunden bleiben muss.
Alexander Voigt entlockt dem berühmtesten Dada-Gedicht, der Schwitterschen Ursonate eine ungeahnte Musikalität. Mit dabei sind zum Hervorzaubern der Töne: Fagott (1), Tenorposaune (2), flexibles Abwasserrohr für Spülbecken (3), PVC-Verbindungsstück (4), Gitarrenplektrum extrahart (5), Notenständer (6), Fußboden (7), Stimmbänder (8), Rachenraum (9), Stirnbereich (10), Wangenhaut (11) und Nase (12)


Freitag | 3. Februar 2012 | 19:00 Uhr

KLAVIER ZU VIER HÄNDEN
Aya und Kozue Hara


Das Wesentliche, auf einem Klavier mit vier Händen zu spielen, liegt nicht nur in der Möglichkeit, einen erweiterten Klangumfang zu bewältigen, sondern viel mehr im Zusammenspiel. Das Klavier-Duo Aya und Kozue Hara, das seit vielen Jahren im In- und Ausland konzertiert, schafft dieses Spiel der "Zweisamkeit" mit einer feinfühligen Musikalität, gepaart mit Intensität, Präzision und Leichtigkeit. Seit Langem arbeiten beide Pianistinnen aus Japan mit verschiedenen Komponisten zusammen, u. a. mit Alwynne Pritchard, Dieter Schnebel, Kunsu Shim und Gerhard Stäbler. Das Programm präsentiert neben eigens für das Duo geschriebenen Werken dieser Komponisten auch Stücke von Erik Satie und John Cage sowie eine Uraufführung von Kunsu Shim.


Freitag | 3. Februar 2012 | 20:30 Uhr

SCHLAGZEUGKONZERT SOLO
Thorsten Gellings


Mehr als jeder andere Instrumentalist ist ein Schlagzeuger von den Bewegungen seines Körpers abhängig. Jedem Schlag geht eine sichtbare Bewegung voran, eventuell zeitgleich mit Bewegungen und Schlägen anderer Körperteile.
Thorsten Gellings verbindet dieses Zusammentreffen von Bewegung und Klang intensiver als gewöhnlich. So wie jeder Klang eine Bewegung hat, versucht er auch jeder Bewegung einen Klang zu geben. Dazu hat er ein Programm zusammengestellt bei dem Kompositionen mit Alltagshandlungen wie Zähneputzen, Schreiben oder Essen klanglich hoch virtuosen Schlagzeugstücken gegenüber gestellt werden. Das führt zu theatralischen Aktionen, etwa am Marimbaphon, und artistischer Körperpercussion.


Freitag | 3. Februar 2012 | 22:00 Uhr

GESANG SOLO
Martin Lindsay / Bariton

Der Brite Martin Lindsay beschreitet in seinem Konzert einen Gang durch den Sologesang der 2.Hälfte des 20. Jht. bis in unsere Zeit. In seinem Programm interpretiert er Stücke des Italieners Luciano Berio, des Amerikaners Morton Feldman, des Griechen Georges Aperghis oder des Schweizers Beat Furrer und nicht zuletzt die inzwischen zum Klassiker gewordene ARIA von John Cage. Ein traditionelles Lied aus dem 18. Jht. O Waly, Waly, erzeugt in diesem Kontext eine zusätzlich spannende, völlig neue Perspektive!




Samstag | 4. Februar 2012 | 17:30 Uhr


MUSIK FÜR EINEN JAPANISCHEN GARTEN / BERND BLEFFERT
„weh mir, wo nehm ich, wenn es winter ist die blumen“
für Sänger, Kotospielerin und Ensemble Konzertante Erstaufführung


Naoko Kikuchi / Koto; Martin Lindsay / Gesang; Thorsten Gellings / Schlagwerk; Martin Speicher / Klarinette; Wolfgang Schliemann / Schlagwerk; Eiko Yamada / Blockflöten; Jan-Filip Tupa / Cello; Ute Völker / Akkordeon; Ulrich Phillipp / Kontrabass; Marc Stutz- Boukouya / Posaune; Thomas Rath / Klangregie

“Weh mir...”, uraufgeführt am 27 August 2011 im japanischen Garten Trier, wird im Rahmen des Festivals nun erstmalig in einer konzertanten Fassung aufgeführt.

Musikalische Aktionen unabhängig und simultan in einem gemeinsamen Prozess zu realisieren ist das Ziel dieser Komposition von Bernd Bleffert. Die Spielanweisungen zu Tonereignissen, Stille und Pausen sind weitgehend durch Zahlencodes oder graphische Elemente bestimmt. Die so entstehende Musik beruht darauf, der Stille gleiche Berechtigung wie einem Klangereignis zu geben, sie ist sowohl Zustand als auch Entwicklung, Statik als auch Prozess: Begegnung östlicher und westlicher Positionen. So wie bei einer chaotischen Verteilung schwimmender Objekte auf einer Wasserfläche durch eine geführte Bewegung mit einem Stock sich ein Ordnungsprinzip einstellt, schafft die Gesamtpartitur aus simultanen Vorgängen eine Einheit.


Samstag | 4. Februar 2012 | 19:00 Uhr


Cello Recital mit Video
Michael Bach, Cello mit Rundbogen


Der Komponist und Cellist Michael Bach Bachtischa hat einen Rundbogen entwickelt, der akkordisches Spiel ermöglicht. Paganinis Capriccio (1828) ist ein Werk für Geige solo, mit einem durchweg vierstimmigen Satz. Dieses von Bach Bachtischa für Cello umgeschriebene Werk sowie ein eigenes: Souvenir de Paganini umrahmen das Konzert. Die Eigenkomposition mit dem Titel 18-7-92 entstand während eines Arbeitstreffens mit John Cage in New York 1992. Es thematisiert eine traditionelle Frage des Zen-Gartens Ryoanji in Kyoto: warum sind von keinem Standpunkt der Besucherplattform aus alle 15 Felsbrocken im Kiesfeld zu sehen. Immer nämlich bleibt mindestens ein Fels von den anderen verdeckt.
Aus den Antworten auf diese Frage des Ryoanji, welche das Werk 18-7-92 visuell und akustisch gibt, entstand ein gemeinsames Werk über das Phänomen der Prim von John Cage und Michael Bach Bachtischa: ONE13. Zu den rein musikalischen Programmpunkten präsentiert der Cellist 2 Videos, die im Zusammenhang mit diesen Kompositionen stehen: „unterwegs“ und „Überhörte untiefen“.




Samstag | 2. Februar 2012 | 20:30 Uhr


FLÜGEL
Tanz- und Musikperformance mit Christine Brunel, Tanz und Aya Hara, Klavier Licht- und Rauminstallation: Reinhard Hubert Choreographie von Christine Brunel, Musik von Kunsu Shim, Gerhard Stäbler und Karlheinz Stockhausen


Der erste Teil encadré3 ist ein intimes Zwiegespräch zwischen Tanz und Musik. zwischen der Choreographie und der Musik von Gerhard Stäbler und Karlheinz Stockhausen entsteht ein eindrucksvolles und ausdrucksstarkes Spannungsfeld zwischen Klang und Stille, Kraft und Zerbrechlichkeit, Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit. Im zweiten Teil „Flügel“ gehen die beiden Künstlerinnen einen Schritt weiter: gleich einem zweistimmigen Gesang verschmelzen hier Tanz, Musik und Stille zu einem Gesamteindruck. Getragenen von gemeinsamem Atem, lassen Christine Brunel und Aya Hara in einem einzigen Legato ein ganzes Universum entstehen. Kein Stop, keine Zäsur lässt den Fluss ins Stocken geraten: " Atem, einer in Perlen gebundenen Langsamkeit."


Samstag | 4. Februar 2012 | 22:00 Uhr

PARTICIPATION
ein PerformanceKonzert

Kunsu Shim und Gerhard Stäbler, langjährige Partner als Komponisten und Performancekünstler, präsentieren einen Abend mit Performancewerken, die einerseits in den Ideen des Fluxus wurzeln, andererseits musikalische Bezüge von Zeit und Raum spontan miteinander verbinden. Im Zentrum stehen - neben Kompositionen von John Cage und Nam June Paik - eigene Werke der beiden Komponisten. Bei „PARTICIPATION“ werden die Zuhörenden zu Mitwirkenden des Abends.




Sonntag | 5. Februar 2012 | 17:00

NEUE UND ALTE MUSIK FÜR PIPA (CHINESISCHE LAUTE): EN-JU LIN
im Wechsel mit
IMPROVISATIONSTRIO: SCHLIEMANN / SPEICHER / PHILLIPP
Schlagwerk; Klarinette, Kontrabass


Die aus Taiwan stammende En-Ju Lin spielt klassische wie auch aktuelle Musik auf der Pipa, ein vor 2000 Jahren in China entstandenes, unserer Laute ähnliches, 4-saitiges Instrument. Neben den grundlegenden traditionellen Spielweisen ‘’Pi‘’ und ‘’Pa’’, denen die Pipa auch ihren Namen verdankt, haben sich durch Anregung moderner Komponisten in den letzten Jahren viele, neue und komplexe Spieltechniken entwickelt. In ihrem Programm spielt sie auf diesem faszinierenden und vielseitigen Instrument traditionelle Stücke und zeitgenössische Werke aus Japan, China und Taiwan wie z.B. das der Komponistin Se-Lien Chuang : Impromptu für Pipa und Elektronik.

„Improvisation bedeutet Gleichzeitigkeit von musikalischer Erfindung und klanglicher Realisierung“, sie ist darüber hinaus „auch als autonome und unwiederholbare Interpretation und Rezeption in einem zu verstehen.“ Insofern ist improvisierte Musik immer auch Uraufführung. Wolfgang Schliemann / Schlagwerk, Martin Speicher / Klarinette und Ulrich Phillipp / Kontrabass gelten als herausragende Musiker der internationalen Improvisations-Szene. In ihrem, aus Anlass des Opening-Festivals 2012 neu gegründeten Trio spielen sie zum ersten Mal.






OPEN-EXPO
Ausstellung internationaler Klangkunst im 2. OG



3. Febr. - 24. Febr. 2012

Die im Rahmen des Openingfestivals12 stattfindende Ausstellung zeigt Arbeiten internationaler Künstler, die sich seit langem im weitesten Sinne mit Klangkunst auseinandersetzen:

Der in Berlin und Montevideo lebende Bildhauer Lukas Kühne zeigt,"serie armónica", eine „stille" Klangarbeit.

Die „Fingerboards“, des Komponisten, Cellisten und bildenden Künstlers Michael Bach Bachtischa aus Frankreich bilden Fingerabdrücke von Kompositionen auf Karton ab, welche unter den Saiten und am Cellogriffbrett entstanden sind.

Der gebürtige Schotte Maurice Doherty präsentiert das Video: „Waiting 2010“, in welchem Stille durch mehrere Fortissimo-Ereignisse unterbrochen wird.

„Tropf-Ensemble VI“ ist eine Installation von Bernd Bleffert mit vielfach rhythmischen Überlagerungen von tropfendem Wasser .

Marcus Kaiser aus Düsseldorf, Komponist, Cellist und bildender Künstler installiert eigens für Open-Expo eine raumgreifende Plastik, die mit dem Klang lebender Hummeln arbeitet.

Vernissage: Freitag, 3. Febr. 17:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 3. – 24. Februar 2012
Ausstellungsraum und Galerie 2. OG
Finissage: Freitag, 24.Februar 19:00



OPENING für Schüler:


Donnerstag | 2. Februar | 11:00 Uhr | Neue Musik für Schüler (Oberstufe)

Ursonate von Kurt Schwitters gespielt und gesprochen von Alexander Voigt

Montag | 6. Februar | 11:00 Uhr | Neue Musik für Schüler (Grundschule)

Alte und neue Musik für Pipa (chinesische Laute) En-Ju Lin

Anmeldung erforderlich! Siehe Tufaprogramm


Cage for Kids

oder
wie man der Welt den Klang entlockt...


ein Workshop für experimentierfreudige Kinder ab 6 Jahren mit Ute Völker, Akkordeonistin und Musikpädagogin der Musikschule Bochum

Sa. 4. Februar 10:00 bis 11:30 Uhr
So. 5. Februar 10:00 bis 11:30 Uhr
So. 5. Februar 11:00 kleines Konzert für Eltern

Anmeldung erforderlich! Siehe Tufaprogramm




Festivalpass (alle Veranstaltungen):
26,- / 42,- €

Einzelveranstaltungen:
5,- / 8,- €

Tageskarte :
Freitag & Samstag (jeweils 4 Veranstaltungen)
12,- / 20,- €

Kartenvorverkauf
bei allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen und www.ticket-regional.de



Künstlerische Leitung:

Bernd Bleffert / Thomas Rath

Eine Veranstaltung der Stadt Trier mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland Pfalz sowie der Kulturstiftung Sparkasse Trier; in Kooperation mit der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst Trier e.V.

Festivalort und Kontakt
TUFA Trier e.V. Wechselstr. 4-6, 54290 Trier
www.tufa-trier.de
Telefon: 0651-7182412