BERND BLEFFERT
 
OPENING 13
internationales festival für aktuelle klangkunst



Freitag, 1. – Sonntag, 3. Februar 2013 TUFA Trier , Wechselstr.4 - 6

Künstlerische Leitung: Bernd Bleffert / Thomas Rath

Eine Veranstaltung der TUFA und der Stadt Trier mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland Pfalz sowie der Kulturstiftung Sparkasse Trier; in Kooperation mit der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst Trier e.V.

„Das ist der Untergang des Abendlands“ oder aber: „Hier wird Zukunft hörbar, den Menschen ins Herz treffend“, so gegensätzlich lauten die Kommentare. Das Festival nimmt sich - im Sinne des zuletzt Zitierten - in seinem 13. Jahrgang einmal mehr vor, Zeitgenössische Musik nahe zu bringen. 20 sehr unterschiedliche Interpreten führen in 8 sehr unterschiedlichen Konzerten Werke auf, die aus dem Zeitraum der letzten 70 Jahre stammen. Etwa das 1941 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager uraufgeführte „Quatuor pour la Fin du Temps“ von Olivier Messiaen, „Three Voices“ von Morton Feldman aus dem Jahr 1982 oder die 2012 uraufgeführten „Salome´ Extrakte“ der Kölner Komponistin Christina C. Messner. Dass all diese „Neue Musik“ auf Traditionen fußt, dass sie ihre Entwicklung immer auch sogenannter „Alter Musik“ verdankt und ohne diese nicht verständlich wird, hat uns auch in diesem Jahr bewogen, beides einander gegenüberzustellen. So kommt das Klaviertrio Nr.25 von Joseph Haydn aus dem Jahr 1788/89 zu Gehör. Man kann schon fast von einer Tradition sprechen, wenn auch die fernöstliche Perspektive von Neuer Musik im Programm präsent ist, diesmal mit einem rein japanischen Konzert. Durch die Ausstellung OPEN-EXPO gewinnt das Festival wieder einmal seinen unverwechselbaren Charme, die Ausstellung Aktueller Klangkunst bildet gleichsam eine hörbare und sichtbare Klammer um das ganze Programm. OPENING13 kann wieder ein „ZeitRaum“ der Begegnung mit Musik, Kunst und Menschen werden!

Freitag | 1. Februar 2013 | 19:00 Uhr

Schlagquartett Köln
Schlagfertig mit Feinabstimmung

Schlagquartett Köln

Das 1989 gegründete Schlagquartett Köln, gilt in Kennerkreisen seit langem als Garant für überzeugende Aufführungen mit Feinabstimmung. Die Erschließung ungewöhnlicher Klangwelten wird von den Mitgliedern mit einer auch in dem Bereich der Zeitgenössischen Musik schwer zu findenden Hingabe und Professionalität betrieben.
Auge und Ohr staunen ob des enormen Aufgebots an klassischen und exotischen Instrumenten und es ist immer wieder überraschend, welche Metamorphose selbst banalste Alltagsgegenstände vollziehen, geraten sie in die Hände der vier Schlagzeuger Dirk Rothbrust, Achim Seyler, Thomas Meixner und Boris Müller.
Mit vier spannenden und sehr unterschiedlichen Stücken eröffnen sie das Festival: „this sky“ von Kunsu Shim für 16 Trommeln und einen Flugzeugklang, ein neues Stück des Ensemblemitglieds Boris Müller „Schlagquartett Nr. 3, Hommage a John Cage - für Naturklänge“, eines der ersten elektro-akustischen Werke der Musikgeschichte „Imaginary Landscape No 1“ von J.Cage und „roses“ von Gerhard Stäbler für Sopran (Irene Kurka) und Schlagquartett mit einer großen Anzahl japanischer und koreanischer Doppelfelltrommeln.


Freitag | 1. Februar 2013 | 20:30 Uhr

Morton Ferldman: Three Voices
Ein ornamentales Stimmgeflecht

Morton Ferldman: Three Voices

Morton Feldmans Three Voices (aus dem Jahr 1982) ist ein in der Neuen Musik beispielloses, monumentales Vokalwerk. Ursprünglich konzipiert als abstrakte Komposition für Sopran und Zuspielband, formte Feldman es zu einem tiefreichenden, sinnlichen Erlebnis: dem unglaublichen Bann dieses 50 Minuten dauernden, 3-stimmigen ornamentalen Stimmengeflechts kann man sich unmöglich entziehen.
Zwei der drei Sopranstimmen in "Three Voices" repräsentieren verstorbene Künstlerkollegen, den Dichter Frank O'Hara und den Maler Philip Guston, die wiederum das übergreifende, umfassende Künstlertum Feldmans (die dritte Stimme), auch durch ihre enge Freundschaft, umreißen. Das Stück ist wie ein Dialog des noch Lebenden mit den toten Freunden, nicht aber als klagenden Abgesang, sondern als das schöpferische Umschreiten eines gemeinsamen künstlerischen Raumes in seiner prinzipiellen Unabgeschlossenheit nach vorne. Marianne Schuppe / Stimme ist weltweit eine der wenigen Vokalistinnen, die sich der Herausforderung gestellt haben, und ihre Version gilt nach der von Joan LaBarbara als die derzeit gefragteste. Ihre Aufführungen sind eigens für den jeweiligen Raum inszeniert.


Freitag | 1. Februar 2013 | 22:00 Uhr

Musik der Betriebssysteme
Improvisierte Musik mit Glühlampen, Stimme und erweitertem Saxophon

Musik der Betriebssysteme

Seit langem arbeiten Jaap Blonk / Stimme, Dirk Marwedel / Erweitertes Saxophon und Michael Vorfeld / Glühlampen mit Vorliebe über Grenzen künstlerischer Disziplinen und Materialien hinweg. Sie holen musikalisch aus, um auf dem Gelände der Performance einzuschlagen, destillieren feine Klanggewebe aus einer Lichtinstallation, entfalten das musikalische Potential von Steinen und Alltagsgegenständen oder komprimieren Sprache zu einem explosiven Granulat der Phoneme. Ihre jeweiligen Instrumentarien und Spieltechniken sind so eigen und elaboriert, dass schon dem Auge einiges geboten wird. Für das Ohr fördern sie damit Klänge zutage, deren Schönheit allgegenwärtig und zutiefst verborgen zugleich ist. Gemeinsam betreiben sie hochkarätige musikalische Grundlagenforschung jenseits aller trockenen Theorie.


Samstag | 2. Februar 2013 | 18:00 Uhr

Olivier Messiaen: Quartett für das Ende der Zeit
Ein Meilenstein des 20.Jahrhunderts.!

Olivier Messiaen: Quartett für das Ende der Zeit


Zu den kammermusikalischen Meilensteinen des 20. Jahrhunderts zählt zweifellos Olivier Messiaens Quatour pour la Fin du Temps.
Die Uraufführung des kompletten Werkes fand im Kriegsgefangenenlager in Görlitz/ Schlesien am 15. Januar 1941 vor ca. 400 Kriegsgefangenen statt, der Komponist selbst übernahm den Klavierpart und erinnert sich:
„… sie fand in Görlitz, Schlesien, bei bitterer Kälte statt. Das Stalag war unter einer tiefen Schneedecke versunken. Wir waren 30.000 Gefangene (zumeist Franzosen, aber auch einige Polen und Belgier). Die vier Interpreten spielten auf kaputten Instrumenten: Das Violoncello von Etienne Pasquier hatte nur drei Saiten und die Tasten meines Pianinos blieben stecken. Unglaublich auch unser Gewand: Man hatte mich mit einer grünen, völlig zerissenen Jacke ausstaffiert, und ich trug Holzpantoffeln. Die Zuhörerschaft setzte sich aus allen sozialen Schichten zusammen: Priester, Ärzte, Kleinbürger, Berufssoldaten, Arbeiter und Bauern.“
Es spielt das Quartett: PRAESENZ | infinitas mit Sabine Akiko Ahrendt / Violine, Richard Haynes / Klarinette, Jan-Filip Tupa / Violoncello und Reto Staub / Piano. Das erfrischende Ensemble wurde 2007 von führenden Interpreten der jüngeren Generation gegründet, um Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert aufzuführen.


Samstag | 2.Februar 2013 | 19:30 Uhr


Christina C. Messner: Salomé-Extrakte
Inszeniertes Solo für eine Sängerin

Christina C. Messner: Salomé-Extrakte

Am Anfang des Mythos Salomé stand eine Lücke in der Geschichte um den Tod von Johannes. Eine undefinierte Persönlichkeit, eine Tänzerin, ein Wesen noch rein und mondweiß wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Sie lädt förmlich dazu ein, diese weiße Fläche mit Farbe zu füllen. Eine Projektionsfläche, einen Spiegel für die eigenen Geheimnisse und Abgründe. Jeder darf in Salomé sehen, was in ihm selbst als geheimer Wunsch verborgen liegt. Doch in Salomés vordergründiger Nicht-Stärke liegt ihre Macht: Mit sieben Schleiern hütet sie das Unaussprechliche, das Innerste, das, was einen nicht loslässt. Salomé vereint in ihrer schillernden Figur die größten Gegensätze. Sie ist ambivalent, nicht fassbar – mal unschuldiges Mädchen, mal unerträgliche Mörderin. In dem so mühelos erscheinenden 50minütigen Gesang-Solo Irene Kurka´s (Sopran) werden die Facetten der Figur durch Textfragmente aus unterschiedlichen Quellen und durch eine bühneninszenierte Dimension (ISuna Göncu) präsent: Christina C. Messner hat eine ganz besondere Form, einer von Bewegung durchdrungenen Musik mit im wahrsten Sinne des Wortes „bewegten“ Melodien, geschaffen.


Samstag | 2.Februar 2013 | 21:00 Uhr


Kunsu Shim+Gerhard Stäbler: „Moving Bodies“
PerformanceStücke

Kunsu Shim+Gerhard Stäbler: „Moving Bodies“

Körper sind Gefäße, haben für sich zunächst ein a-subjektives Volumen. In einem Abend vor allem mit Performances von Kunsu Shim und Gerhard Stäbler, aber auch von Alvin Lucier, George Brecht oder Nam June Paik versetzen sie Musiker und das Publikum selbst in Bewegung, bringen sie zum Klingen, verleihen ihnen Licht ... Die PerformanceOrte wechseln dabei, die Bühne wird zur Aktionsfläche, der Zuschauerraum zur Bühne, Spieler werden zu Hörenden, Zuhöhrende zu Spielern... Vor allem in der abschließenden Performance „Licht“ von Kunsu Shim im Ausstellungsraum im zweiten Stock der Tufa gestalten Spieler und Publikum gemeinsam einen leuchtenden „Körper“, der allmählich erlischt ...


Sonntag | 3. Februar 2013 | 17:00Uhr


Musik für Koto und Klavier
Ein japanisches Konzert

Musik für Koto und Klavier

Die Koto-Meisterin Naoko Kikuchi und die Pianistin Yumi Kimachi spielen ein Konzert mit ausschließlich japanischer Musik: Einem vorangestellten traditionellen Stück für Koto Solo folgen Werke zeitgenössischer Komponisten für Klavier und Koto, wie „5 Haikus von Basho“ (1978) von Jyoji Yuasa, „Resonance for Koto and Piano“ (2002) von Yumiko Morita oder „Leeres Geschwätz“ (2009) von Yukiko Watanabe. Die Koto, eine dreizehn- und mehrseitige Wölbbrettzither ist ein typisch japanisches, klassisches Instrument wie das Klavier ein westlich,europäisches ist. Die Begegnung dieser beiden Klangwelten durch die exzellenten Spielweisen der beiden Japanerinnen zeigt, dass ihr Unterschiede vielleicht doch nicht so groß sind wie wir gewöhnlich meinen. In dieser Neuen Musik liegt die Verbindung von Ost und West scheinbar auf der „Hand“.




Sonntag | 3. Februar 2013 | 18:00 Uhr


Positionen eines Trios
Das Abschlusskonzert


Positionen eines Trios

Sabine Akiko Ahrendt (Violine), Jan-Filip Tupa (Cello) und Reto Staub (Klavier) zeigen im Abschlusskonzert des Festivals noch einmal sehr unterschiedliche musikalische Perspektiven: In den 1960er Jahren nahmen die amerikanischen Komponisten John Cage und Morton Feldman in den Studios der New Yorker Radiostation WBAI vier Konversationen mit offenem Ende auf. Der junge irische Komponist David Fennessy hat ein zwanzigminütiges Segment dieser „Radio Happenings“ zur „elektronischen“ Grundlage gemacht für eine instrumentale Komposition. Diesem aktuellen Werk setzt das Trio: PRÄSENZ I blanc ein Werk entgegen, das nicht gegensätzlicher sein könnte: das Klavier-Trio mit 3 Sätzen von Joseph Haydn Nr. 25 . Als dritte Position erscheinen, von Kunsu Shim für das Festival geschrieben, drei ganz kurze Stücke, jedes fast „nur“ wie ein Klang......






OPEN-EXPO
ausstellung internationaler klangkunst im 2. OG / TUFA-Trier



1.Febr. - 22. Febr. 2013

Die im Rahmen des Openingfestivals13 stattfindende Ausstellung OPEN-EXPO zeigt Klangkunstarbeiten von:

Helmut Lemke; Michael Vorfeld; Thomas Rath; Bernd Bleffert; Kunsu Shim

OpenExpo13-1

„... vom kleinen wind für die kunst …" eine Klanginstallation der leisen Klänge des seit den 90ern in England lebenden Klangkünstlers /-forschers, Musikers und Performers Helmut Lemke lenkt die Aufmerksamkeit – neben dem Hinhören – auf die poetischen und humorigen Wahrnehmungspotenziale.

OpenExpo13-2

Der Berliner Lichtkünstler und Schlagzeuger Michael Vorfeld projeziert in seiner Arbeit „LICHTER KLANG“ „Zeichnungen“ aus Licht mit einer Spielanweisung für Perkussion.

OpenExpo13-3

In einer Installation aus Pendeln mit verschiedenen Zeitintervallen zeigt der Trierer Bernd Bleffert eine neue kinetische Klangarbeit: „drei mal vier und drei“

Thomas Rath führt seine vor Jahren begonnene Serie „Letter of Intent“ in einer Raum- und Klangplastik mit dem Titel „Idee und Gedanke“ fort.

Der koreanische Komponist Kunsu Shim hinterlässt in der Performance „Licht“ mit Publikumsbeteiligung das „Relikt“ einer Installation mit 3000 Kerzen.

OPENING für Schüler:


Freitag | 1. Februar 2013 | 11:00 Uhr | Neue Musik für Schüler (Oberstufe)

Olivier Messiaen: Quartett für das Ende der Zeit
Ein Meilenstein des 20.Jahrhunderts


Ein einführendes Konzert in das Werk.

Das junge internationale Ensemble PRAESENZ | infinitas mit Sabine Akiko Ahrendt / Violine, Richard Haynes / Klarinette, Jan-Filip Tupa / Violoncello und Reto Staub / Piano wurde 2007 von führenden Interpreten der jüngeren Generation gegründet, um Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert aufzuführen.

Anmeldung erforderlich! OPENING-Eintrittspreise:

Festivalpass (alle Veranstaltungen):
26,- / 42,- €

Einzelveranstaltungen:
5,- / 8,- €

Tageskarte :
Freitag & Samstag (jeweils 3 Veranstaltungen)
12,- / 20,- €

Kartenvorverkauf
bei allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen und www.ticket-regional.de



Künstlerische Leitung:

Bernd Bleffert / Thomas Rath

Eine Veranstaltung der Stadt Trier mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland Pfalz sowie der Kulturstiftung Sparkasse Trier; in Kooperation mit der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst Trier e.V.

Festivalort und Kontakt
TUFA Trier e.V. Wechselstr. 4-6, 54290 Trier
www.tufa-trier.de
Telefon: 0651-7182412