BERND BLEFFERT

AKTUELLE ARBEITSSCHWERPUNKTE

Materialforschung und Suche nach neuen Klangfarben, in den 90ern auf neue Instrumente bezogen ( Schlagwerke aus Stein, Holz, Metall etc. ), brachte mich seit 2000 zunehmend zur Entwicklung von Klangobjekten und –Installationen, die auch vom Publikum bespielt oder bewegt werden können.

Die Frage, wie überhaupt Klang entsteht, führte zu dem als Leitmotiv aktueller Arbeit geltenden Gedanken: „…dass Klangbildung ein kaum zu begreifendes Geheimnis bleibt, doch deren wesentliche Quelle: – BEWEGUNG ist,… auch Berührung!“

Mein Interesse richtet sich auf unmittelbare, direkte akustische Klangerzeugung. Dabei ist der Reiz umso größer, je einfacher sich das Material zeigt: Wassertropfen, Sandgeräusche, Nagelklänge etc .In der plastischen Umsetzung mittels Kisten, Flaschen u.ä. suche ich einfache wie urbildhafte Raumbezüge. Die Multiplizierung einzelner, teilweise primitiver Vorgänge sind oft Grundlage meiner Objekte und raumgreifenden Installationen und führen zur Bildung komplexer Klangstrukturen, die zwar vom Beweger intendiert, aber zufälliger und im besten Sinne chaotischer Natur sind

Die Erforschung des Bezugs zwischen Raum und Klangobjekt gewinnt zunehmend an Bedeutung: Die Länge des Pendels beispielsweise spiegelt das Raumklangbild nicht nur in Bezug auf die entsprechende Raumakustik wieder, sondern wirkt unmittelbar durch die Raumhöhe auf die Gesamtklangstruktur. Ähnliches gilt auch für Tropfgeschwindigkeiten.

Eine Herausforderung ist es, wie in den NACHTSTÜCKEN während der Ausstellung „STOCK ÜBER STEIN“ erstmalig realisiert, das Zusammenfügen von musikalischem, instrumentalem Spiel mit ablaufenden, „automatisierten“ Prozessen ( z.B. Nagelpendel ): diese können als Spielpartitur für Improvisationen dienen oder zu Kompositionsansätzen mit raumbezogener und zeitlicher Struktur führen.

Musikalische Improvisationspraxis in verschiedenen Ensembles bildet nach wie vor einen zentralen Stellenwert und ist wesentliche Grundlage für die gesamte Arbeit.