BERND BLEFFERT



KLANGWEGE ZUM FLUSS

Freitag.12. Juli 2002 20 – 24 UHR
6 Stationen durch Trier

aus dem Programmheft:

KLANGWEGE ZUM FLUSS ist im Rahmen des Rheinland-Pfälzischen Kultursommers 2002 eine Gemeinschaftsproduktion der Trierer Gesellschaft für bildende Kunst, des Vokalensembles der Fachhochschule Trier und des ensembles für experimentelle musik TONWERKE TRIER.

Konzept: Bernd Bleffert + Thomas Rath

Bernd Beleffert
Simone Bleffert
Simone Busch
Anne Dierssen
Reinhard Gagel
Sebastian Gross
Katrin Jehner
Pablo Jentile
Susanne Krämer
Evelyn Krahe
Mario Mohr
Tatjana Noe
Wibke Pfeiffer
Thomas Rath
Gottfried Sembdner
Perter Singer
Angelika Sheridan
Martin Sons
Marc Stutz-Boukouya
Alexander Thon
Theo van der Poel
Mark Weyer-Menkhoff
Gerorg Wissel
Pierre Zeidler
Schlagwerk
Bratsche
Stimme
Stimme
Taste
Stimme
Stimme
Stimme
Stimme
Alt
Stimme
Stimme
Stimme
Posaune
Tasten
Rezitation
Querflöte
Cello
Posaune
Stimme
Akkordeon
Stimme
Saxophone
Klarinette


Wie eine ganze Reihe von kulturhistorischen Epochenbegriffen ist auch das Wort ROMANTIK von aussagekräftiger Mehrdeutigkeit. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts als abschätziger Stilbegriff für ästhetische Bestrebungen einer jungen Generation gebraucht, welche dem strengen Maß- und Regeleinhalten andersgeartete Maximen entgegensetzte, hat der ältere Bedeutungshorizont, der mit „romantisch etwas traumhaft Schönes, etwas Melancholisches, vielleicht auch etwas Verwunschenes meint, nie verloren. „Reise in die Romantik"
( Kultursommer-Motto ) bedeutet also mindestens ein Zwiefaches:

1.Die Auseinandersetzung mit einer Stilepoche.
2.Das Aufsuchen einer bestimmten Lebenshaltung oder Gefühlslage.

KLANGWEGE ZUM FLUSS reflektiert spielerisch in sechs Stationen diese beiden und weitere Momente, ihre Mehrdeutigkeit und Vielschichtigkeit.

I Im Eröffnungskonzert vor der GALERIE PALAIS WALDERDORFF begegnen sich Musiker um – völlig ohne Absprache – miteinander einen sinnvollen musikalischen Prozess in Gang zu setzen. In jedem Augenblick verwandelt sich noch nicht Gewordenes in bereits Vergangenes, Geformtes, Hörbares und mit Bedeutung Verknüpftes. Folgt dabei auch die spontan sich entwickelnde Form einer verborgenen Gesetzmäßigkeit?

II RAUTENSTRAUCHPARK Novalis „ Hymnen an die Nacht „ gelten als eine der maßgeblichen Apotheosen romantischen Selbstverständnisses. In sehr persönlicher, unendlich differenzierter Weise bringt das Werk die Befindlichkeit im beginnenden 19. Jahrhundert zur Anschauung. Auf die Vorliebe dieser Epoche für Fragmentarisches verweisen die Bruchstücke aus Robert Schumanns Liederzyklus „ Frauenliebe und Leben „.Die beiden historischen Dokumente werden flankiert von improvisierten musikalischen Kommentaren. Das ehemals als beliebig und formlos Angesehene wird zum Stabilisator und zu Formvorgabe.

III SÄULENVORBAU AMTSGERICHT Wo und auf welche Weise kann eine minutiös durchdachtes Regelwerk aufgebrochen werden? Definiert sich “Freiheit“ notwendigerweise über solch einen Vorgang? Das Plattenmuster der Anlage wird zur Grundlage einer spielerischen Versuchsanordnung um zentrale Fragen nicht nur der Romantik.

IV KAPELLE DER WEISSEN VÄTER Die Orgel erlebte in der Romantik ein bemerkenswerte Renaissance. Durch die Rückbesinnung der Epoche auf vermeintliche vorreformatorische Unzweideutigkeit, nicht nur in konfessioneller Hinsicht, trat auch das Kerninstrument der Kirche wieder ins Blickfeld. Freilich nicht ohne den ästhetischen Bedürfnissen der Zeit angepasst zu werden. Es entsteht ein, nach Aufbau und Klangvorrat, völlig neuer Orgeltypus.

V BIERGARTEN MEPHISTO Eine außergewöhnliche Art von Tafelmusik. Sinnlich und exklusiv, gleichermaßen reflektiert und spontan. Die sensuelle Freude am Zusammenklingen von Tönen und Geräuschen wird durch das lebensbejahende Nebeneinander diverser Sinnesfreuden noch gesteigert.

VI Das Hauptevent in den Räumlichkeiten der Trierer FACHHOCHSCHULE am IRMINENFREIHOF vereint alle Musiker und Akteure des Abends zu einem großangelegten, seiner Art nach jedoch minimalistischen und introvertierten Klang- und Bewegungsspiel. Verteilt auf mehrere große Resonanzräume, die der Zuhörer nach Belieben durchwandern kann, agieren Instrumentalisten, Sprecher und Sänger nach einem sensiblen ausbalancierten Formplan, der Stringenz und Freiheit miteinander verbinden sucht. Wie eine Quelle versorgt dabei das Geschehen im Empfangsbereich die übrigen Segmente mit immer neuen musikalischen Impulsen. Die Inspirationsquelle Mosel erahnen wir jenseits der Straße mehr als das wir sie erleben.





PIK AS O

RECYCLE FÜR 8 SPIELER

Freitag: 18. Juli 2003 22:30
Galerie Palais Walderdorff Trier


aus dem Programmheft:

PIK AS O ist im Rahmen des Rheinland-Pfälzischen Kultursommers 2003 eine Koproduktion der Gesellschaft für bildende Kunst Trier eV und des ensembles für experimentelle musik TONWERKE TRIER.


Konzept und Planung: Bernd Bleffert + Thomas Rath


Bernd Bleffert, Trier
Simone Bleffert, Berlin
Günter Heinz, Dresden
Theo van der Poel, Trier
Gottfried Sembdner, Irsch
Martin Sons, Trier
Marc Stutz-Boukouya, Saarbrücken

Schlagwerk
Bratsche
Posaune
Akkordeon
Tasten
Cello
Posaune
So wie sich die Kultur einer Nation aus vielen regionalen Elementen zusammensetzt, lassen sich diese wiederum in kleinere Splitter dividieren und diese wieder bis zuletzt die einzelnen Individuen wie Atome eines kulturellen Gewebes ins Blickfeld geraten. In ähnlicher Weise lässt sich jedes Kunstwerk als Konglomerat diverser Einflüsse auffassen, für ein im Kollektiv erstelltes Werk gilt das in besonderer Weise. Kollektive Improvisation, wie sie von dem ensemble für experimentelle musik TONWERKE TRIER ausgeübt wird, ist maßgeblich von den musikalischen Erinnerungen und Vorlieben der einzelnen Mitspieler geprägt, wenn auch nicht immer bewusst. Zielsetzung ist die spontane Zusammenfügung ( auch vermeintlich ) eigener und fremder Impulse zu einem sinnvollen Ganzen. Die Konzeption für das Nachtkonzert am 18. Juli 03 bezieht sich einerseits auf einen solchen Denkansatz, andererseits wird das Phänomen PICASSO, als für den Prozess von Aufnahme, Aneignung, Verarbeitung fremder Einflüsse paradigmatisch thematisiert. Die Silbenfolge PIK AS O wird dabei zur Grundlage sowohl sprachlich-gesanglicher als auch instrumentaler Verarbeitung.

PIK AS O -die Spielregeln:

Grundlage der Aktion sind die Silben PIK, AS, O , man lasse sich dieselben hörend auf der Zunge zergehen.

Jeder Musiker suche diese drei Silben auf seinem Instrument in eindeutigen und unverwechselbaren Klanggebilden zu typisieren.

In freiem Umgang mit diesen drei Modulen bringen sich die Spieler in den Gesamtablauf ein.

Alle denkbaren musikalischen Parameter können dabei variiert werden

Aus den 24 Klangmodulen ( 8 Spieler mal 3 Silben )und deren vielfältigen Variations- und Kombinationsmöglichkeiten bilden sich musikalische Strukturen.

Die drei Module können vom Spieler aufgegeben werden und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Spiel gebracht werden.

Die Spieler können PIK AS O auch sprachlich oder gesanglich verarbeiten.

Die Gesamtstruktur ist in drei Abschnitte unterteilt. Zu Beginn eines neuen Abschnitts können die Spieler ihre Positionen wechseln.

Sparsamkeit sei angeraten.





TONINSEL

MUSIKALISCHE AKTION ZU WASSER UND ZU LAND FÜR 13 INSTRUMENTALISTEN, SÄNGER UND SPRECHER

Freitag; 25. Juli 2003 22:00 Trier: Krahnenufer / Katharinenufer / Pferdeinsel

aus dem Programmheft:

TONINSEL ist im Rahmen des Rheinland - Pfälzischen Kultursommers 2003 eine Kooperation zwischen der TUFA Trier + des ensembles für experimentelle musik TONWERKE TRIER.

Konzept und Planung: Bernd Bleffert + Thomas Rath

Bernd Bleffert, Trier
Simone Bleffert, Berlin
Tanja Endress-Klemm, Saarbrücken
Andreas Föhl, Saarbrücken
Reinhard Gagel, Köln
Astrid Hensler, Saarbrücken
Günter Heinz, Dresden
Pascal Kiefer, Saarbrücken
Young-Sup Kim, Saarbrücken
Gitta Martens, Köln
Thomas Rath
Gottfried Sembdner, Irsch
Marei Seuthe, Köln
Marc Stutz-Boukouya, Saarbrücken
Bernd Wegener, Saarbrücken
Georg Wissel, Köln
Pierre Zeidler, Straßburg
Schlagwerk
Bratsche
Metallklang
Metallklang
Akkordeon
Metallklang
Posaune
Metallklang
Metallklang
Stimme
Trompete
Tasten
Cello
Posaune
Metallklang
Saxophon
Klarinette


13 Instrumentalisten, Sänger und Sprecher sowie eine Gruppe von Interpreten, die sich von der Insel aus ganz dem Klang industrieller Metallrudimente widmet, lassen sich im Rahmen von TONINSEL gemeinsam auf einen Prozess ein: Einem vorab in seinen Umrissen festgelegten, in seinen Details jedoch offenen Ablaufplan folgend, dessen Prinzip der Besucher schnell wird nachvollziehen können, werden die Protagonisten für die Dauer von ca. 2 Stunden Statik und Bewegung, Licht und Schatten, Klang und Stille miteinander verweben und in Beziehung setzen. Dem Fluss ( Mosel ) als eigentlichem Mittelpunkt des Geschehens kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu: mittels Booten der Trierer Kanufahrer werden nicht nur Musiker von hier aus agieren, für die Dauer eines bestimmten Zeitraumes werden auch die Besucher die Möglichkeit haben, in diese Kernzone einzutauchen. Der Zauber nächtlicher Musik unter freiem Himmel wird aber auch am Ufer seine Wirkung nicht verfehlen.

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